Passaporte

Satzung

Satzung des Vereins PassaPorte – Integration und Partizipation für Flüchtlinge e. V.

§ 1 Präambel

Integration und Partizipation sind als vielschichtige Prozesse gemeint, die gegenseitiges Lernen beinhalten und von einem respektvollen Umgang miteinander ausgeht. Wir gehen von der Akzeptanz des Anderen als autonomes Wesen aus. Partizipation in Weiterführung zu Integration durch vielschichtige pädagogische, soziale Hilfe und kulturelle Vermittlung sind unsere Anliegen. Dies beinhaltet die Thematisierung und Anerkennung von Traumata der Flüchtlinge, die fachkompetent begleitet werden. Im Zusammentreffen und Austauschen mit der einheimischen Bevölkerung wollen wir eine Sensibilisierung, Abbau von Vorurteilen, Erkundung und Erfahrung der Gemeinsamkeiten erreichen.

§ 2 Name, Sitz des Vereins, Geschäftsjahr

  1. Der Verein trägt den Namen PassaPorte Integration und Partizipation für Flüchtlinge e.V.
  2. Er hat den Sitz in Berlin. Der Verein wird dort in das Vereinsregister eingetragen und führt den Zusatz „e.V.“ ab Eintragung.
  3. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
  4. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenverordnung.

§ 3 Zweck

Der Zweck des Vereins ist:

  • die Förderung der Hilfe für politisch, rassisch, oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge, Kriegsopfer, Kriegshinterbliebene, Kriegsbeschädigte und Kriegsgefangene und in diesem Sinne:
  • die Förderung der Volks- und Berufsbildung
  • die Förderung der Kunst und Kultur
  • die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens
  • die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern

Die Satzungszwecke des Vereins werden insbesondere verwirklicht durch:

  • Begleitung und Ausbildung von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund zu Pädagoginnen und Pädagogen, z.B. Zirkuspädagogen und Zirkuspädagoginnen oder Theaterpädagogen und Theaterpädagoginnen
  • Geschlechtsspezifische Veranstaltungen und Ausstellungen, um die kulturellen Rollen der Frau und des Mannes sowie der Kinder in den jeweiligen Kulturen (der Flüchtlinge und der Berliner) zu definieren und die interkulturellen und geschlechtsspezifischen Problematiken pädagogisch und multimedial zu lösen
  • Anerkennung der multiplen Traumata der Flüchtlinge und Trauma Begleitung der Flüchtlinge in Form eines Trauma Teams, welches die Aktivitäten des Vereins begleitet, um gemeinsam Trauma lindernde und auch – lösende Angebote zu entwickeln und in die Projekte des Vereins zu integrieren.
  • Förderung von europaweiten Aktivitäten, Austausch von Erfahrungen in der Integration von Flüchtlingen auf EU-Ebene sowie Aufbau und Erweiterung von Netzwerken
  • Aufbau und Leitung eines Kulturortes der Begegnung, wo sich Flüchtlinge, Migranten und Deutsche aus verschiedenen kulturellen und religiösen Prägungen generationsübergreifend und über soziale Grenzen hinweg im Rahmen von vielfältigen Veranstaltungen begegnen. In diesem Zusammenhang werden u.a. internationale und interkulturelle Tandem-Kochkurse und Kochveranstaltungen angeboten, um die Völkerverständigung zu verbessern und den Austausch zwischen Menschen jeglicher Kulturen zu fördern indem traditionelle Speisen verschiedener Nationalitäten zubereitet und verkostet werden
  • Theaterkurse, Malkurse sowie andere kulturelle Angebote für Flüchtlinge und Berliner, um ihre pädagogische Wirkung für die Integration in Form von z.B. Theaterkursen, Malkursen, Workshops und Theaterwerkstätten anzubieten und zu erproben
  • Sprach- und Kompetenzförderung in interkulturellen Angeboten für Flüchtlinge und deren Kinder

Unser Verein ist in Neukölln tätig. Der Satzungszweck soll durch Dialog und Zusammenarbeit der Mitglieder und interessierter Dritter erreicht werden. Wir möchten auch eine neue partizipierende Kiezkultur erschaffen, um gegenseitige Ängste abzubauen und eine humanere interkulturelle Umgebung für diese und die zukünftigen Generationen zu gestalten.

Der Verein ist konfessionell ungebunden und enthält sich jeglicher Parteipolitik.

§ 4 Gemeinnützigkeit

  1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Er ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
  2. Mittel des Vereins dürfen ausschließlich für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.
  3. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

Der Verein finanziert seine Aktivitäten vorrangig durch Spenden sowie Zuwendungen privater Stiftungen und der öffentlichen Hand. Zur ergänzenden Finanzierung können für die Teilnahme an vom Verein ausgerichteten Zusammenkünften und / oder Aktivitäten aller Art Gebühren oder Eintrittsgelder erhoben werden, die ausschließlich für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden dürfen.

§ 5 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind

  1. der Vorstand
  2. die Mitgliederversammlung

§ 6 Vorstand

    1. Der Vorstand setzt sich aus 5 vertretungsberechtigten Vorstandsmitgliedern zusammen:
      • der / dem Vorstandsvorsitzenden
      • der / dem ersten Stellvertreter(-in)
      • der / dem zweiten Stellvertreter(-in)
      • der / dem Schriftführer(-in)
      • dem Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit

Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder vertreten.

  1. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder ist möglich. Die jeweils amtierenden Vorstandsmitglieder bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit im Amt, bis Nachfolger gewählt sind.
  2. Dem Vorstand obliegt die Führung der laufenden Geschäfte des Vereins.
  3. Vorstandssitzungen finden mindestens ½ jährlich statt. Die Einladung zu Vorstandssitzungen erfolgt durch ein Vorstandsmitglied schriftlich unter Einhaltung einer Einladungsfrist von mindestens 14 Tagen.
  4. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit.
  5. Beschlüsse des Vorstands können bei Eilbedürftigkeit auch schriftlich oder fernmündlich gefasst werden, wenn alle Vorstandsmitglieder ihre Zustimmung zu diesem Verfahren schriftlich oder fernmündlich erklären. Schriftlich oder fernmündlich gefasste Vorstandsbeschlüsse sind schriftlich niederzulegen und zu unterzeichnen.
  6. Bei jeder Vorstandsitzung ist ein Protokoll zu führen, indem alle Beschlüsse niedergeschrieben sind. Es wird von der/dem Vorsitzenden und der/dem Schriftführer(-in) unterzeichnet.
  7. Alle Vorstandsmitglieder üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Die Mitglieder des Vorstandes sind für satzungsgemäße Rechtsgeschäfte von § 181 BGB befreit. Die Vorstandsmitglieder dürfen im Rahmen von Vereinsaktivitäten vergütete Tätigkeiten in Form eines Honorarvertrages oder eine Anstellung erhalten. Die Vergütungen und sonstigen Vertragskonditionen dürfen die lokalen Marktpreise für vergleichbare Tätigkeiten und Qualifikationen nicht überschreiten.
  8. Tätigkeit und Aufwendungen von Beauftragten des Vereins werden in angemessenem Umfang vergütet. Der Vorstand setzt jeweils die Höhe der Vergütung fest.

§ 7 Mitgliedschaft

Der Verein PassaPorte – Integration für Flüchtlinge e.V. kann

    • Ordentliche Mitglieder
    • Fördernde Mitglieder oder
    • Ehrenmitglieder haben
  1. Alle Mitglieder können natürliche Personen oder juristische Personen sein, die sich mit dem Vereinszweck einverstanden erklären und die Bestimmungen dieser Satzung anerkennen. Natürliche Personen müssen das 16. Lebensjahr vollendet haben, um Mitglied des Vereins zu werden. Ist bei der Aufnahme nicht bestimmt, ob es sich um eine ordentliche oder fördernde Mitgliedschaft handelt, so gilt sie als fördernde.
  2. Fördernde Mitglieder können nicht Mitglieder des Vereinsvorstandes werden und haben auch bei Beschlüssen der Mitgliederversammlung kein Stimmrecht
  3. Die Mitglieder erhalten in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins
  4. Mitglieder des Vorstands können in angemessenem Umfang Ersatz ihrer Auslagen erhalten, sofern diese nicht von anderer Seite erstattet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand eine pauschale Entschädigung für den Zeit- und Sachaufwand seiner Mitglieder festsetzen.

Über den Antrag auf Aufnahme in den Verein entscheidet der Vorstand. Lehnt der Vorstand die Mitgliedschaft ab, kann der Antragsteller erneut einen Antrag stellen. Hierüber entscheidet die Mitgliederversammlung mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder.

Beendigung der Mitgliedschaft

  1. Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss oder Tod.
  2. Der Austritt eines Mitgliedes erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorsitzenden unter Einhaltung einer Frist von 4 Wochen.
  3. Wenn ein Mitglied gegen die Ziele und Interessen des Vereins schwer verstoßen hat oder trotz Mahnung mit dem Mitgliedsbeitrag im Rückstand bleibt, so kann es durch den Vorstand mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden.
  4. Dem Mitglied muss vor der Beschlussfassung Gelegenheit zur Rechtfertigung bzw. Stellungnahme gegeben werden. Gegen den Ausschließungsbeschluss kann innerhalb einer Frist von 4 Wochen nach Mitteilung des Ausschlusses Berufung eingelegt werden, über den die nächste Mitgliederversammlung entscheidet

§ 8 Mitgliederversammlung

  1. Die Mitgliederversammlung ist einmal jährlich einzuberufen.
  2. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn es das Vereinsinteresse erfordert oder wenn die Einberufung von einem Fünftel der Vereinsmitglieder schriftlich und unter Angabe des Zweckes und der Gründe verlangt wird.
  3. Die Einberufung der Mitgliederversammlung erfolgt schriftlich durch den Vorstand unter Wahrung einer Einladungsfrist von mindestens zwei Wochen bei gleichzeitiger Bekanntgabe der Tagesordnung. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Es gilt das Datum des Poststempels. Das Einladungsschreiben gilt dem Mitglied als zugegangen, wenn es an die letzte vom Mitglied des Vereins schriftlich bekannt gegebene Adresse gerichtet ist.
  4. Die Mitgliederversammlung ist grundsätzlich für alle Aufgaben zuständig, sofern bestimmte Aufgaben gemäß dieser Satzung nicht einem anderen Vereinsorgan übertragen wurden. Ihr obliegt vor allem die Wahl und Entlastung des Vorstandes, die Entgegennahme von Vorstandsberichten, die Beschlussfassung des Jahresberichtes und der Jahresrechnung.
  5. Sie bestellt einen Kassenprüfer, der weder dem Vorstand noch einem vom Vorstand berufenen Gremium angehört und auch nicht Angestellte/r des Vereins sein darf, um die Buchführung einschließlich Jahresabschluss zu prüfen und über das Ergebnis vor der Mitgliederversammlung zu berichten.
  6. Die Mitgliederversammlung entscheidet z. B. auch über Gebührenbefreiungen, Änderungen der Mitgliedsbeiträge, Aufgaben des Vereins, Beteiligung an Gesellschaften, Aufnahme von Darlehen ab EUR 500, Genehmigung aller Geschäftsordnungen für den Vereinsbereich, Satzungsänderungen & Auflösung des Vereins.
  7. Jede satzungsmäßig einberufene Mitgliederversammlung wird als beschlussfähig anerkannt ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Vereinsmitglieder. Jedes stimmberechtigte Mitglied hat eine Stimme.
  8. Die Mitgliederversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.
  9. Bei jeder Mitgliederversammlung wird ein Protokoll geführt, indem vor allem die gefassten Beschlüsse niedergeschrieben sind. Es wird von der/dem Vorstandvorsitzender und der/dem Schriftführer(-in) unterzeichnet.

§ 9 Beiträge

Von den Mitgliedern werden folgende Beiträge erhoben:

  • – Monatlich: 5.-€ oder
  • – Jährlich: 50.-€

Für die Gründungsmitglieder entfällt der jährliche Beitrag in den ersten zwei Jahren nach Vereinsgründung. Ein neuer Beitrag wird in der nach zwei Jahren stattfindenden Jahresmitgliederversammlung ermittelt.

§ 10 Satzungsänderung

  1. Für Satzungsänderungen ist eine Zweidrittel-Mehrheit der an der Mitgliederversammlung teilnehmenden Vereinsmitglieder erforderlich. Über Satzungsänderungen kann in der Mitgliederversammlung nur abgestimmt werden, wenn auf diesen Tagesordnungspunkt bereits in der Einladung zur Mitgliederversammlung hingewiesen wurde und der Einladung sowohl der bisherige als auch der vorgesehene neue Satzungstext beigefügt worden waren.
  2. Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- oder Finanzbehörden aus formalen Gründen verlangt werden, kann der Vorstand von sich aus vornehmen. Diese Satzungsänderungen müssen allen Vereinsmitgliedern alsbald schriftlich mitgeteilt werden.

§ 11 Auflösung des Vereins und Vermögensbindung

  1. Für den Beschluss, den Verein aufzulösen, ist eine Zweidrittel-Mehrheit der in der Mitgliederversammlung anwesenden Mitglieder erforderlich. Der Beschluss kann nur nach rechtzeitiger Ankündigung in der Einladung zur Mitgliederversammlung gefasst werden.
  2. Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung für die Förderung von Flüchtlingen.